Jobsuche in Norwegen

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Allgemeines

Für sämtliche Berufe gilt, dass es sehr schwierig ist, ohne Norwegischkenntnisse eine Arbeit zu finden. Die meisten Arbeitgeber verlangen zumindest Grundkenntnisse in der norwegischen Sprache oder Englisch. In vielen Berufen werden sogar sehr gute Norwegischkenntnisse in Wort und Schrift verlangt.
Es gibt eine ganze Reihe von Berufen, in denen man in Norwegen wirklich sehr gute Chancen hat nicht nur einen Job sondern auch einen guten Job zu finden. Jedoch muss man sich darüber im klaren sein, das dieses nicht für alle Bereiche gilt.
Es gibt Berufe, in denen hat man als Ausländer sogut wie gar keine Chance, und wenn überhaupt dann wirklich nur mit hervorragenden norwegisch Kentnissen!

Wo findet man Jobs?

Die Jobsuche funktioniert am einfachsten über das Internet. Ich habe da in den Umzugs Links eine ganze Reihe von wichtigen und informativen Seiten aufgeführt, wo jeder Arbeitssuchende sich gut über den Arbeitsmarkt orientieren kann und auch gute Möglichkeiten hat, einen Job seiner Wahl zu finden.
Die lokalen Arbeitsämter (Aetat lokal) führen Übersichten über alle offenen Stellen in Norwegen und bieten Broschüren an, in denen Antwort auf die Arbeit betreffenden Fragen gegeben wird.
Die lokalen Arbeitsämter stellen außerdem Übersichten über staatlich geprüfte Übersetzer, Adressen von ausländischen Botschaften in anderen EWR-Staaten und weitere nützliche Adressen zur Verfügung. Diese Dienstleistungen sind kostenlos. Insgesamt gibt es 201 lokale Arbeitsämter, außerdem Ämter, die sich auf die Vermittlung von Zeitarbeit spezialisiert haben.
Die meisten Zeitungen enthalten auch Anzeigen mit Stellenangeboten. Die größte überregionale Zeitung ist "Aftenposten", in der täglich offene Stellen veröffentlicht werden. In der Sonntagsausgabe werden häufig Anzeigen der letzten Wochentage gesammelt. Offene Stellen sind auch über das Internet zugänglich.
Die Jobsuche vereinfacht sich, wenn man einen Beruf ausübt an dem in Norwegen Bedarf besteht. Es gibt allerdings auch Bereiche auf dem Arbeitsmarkt, in denen man nur schwer eine Anstellung findet. Das hängt zum einen von der Wirtschaftslage des Landes und der einzelnen Betriebe ab, als auch von der Menge und Qualifikation der Bewerber.
Wenn man auf eigene Initiative Bewerbungen an ausgewählte Firmen senden möchte, kann in den externer LinkGule Sider nach entsprechenden Adressen suchen. Das kann schon deswegen lohnenswert sein, weil oft freie Stellen existieren, die gar nicht beim Arbeitsamt oder den Jobbörsen gemeldet sind sondern nur auf den betriebseigenen Internetseiten ausgeschrieben sind.
Wer für seine Norwegenpläne nach einer deutschen Kontaktadresse sucht ist bei der ZVA an der richtigen Adresse. In Norwegen selber gibt es keine speziellen deutschen Einrichtungen die dazu gedacht sind, Auswanderern zu helfen. Wobei ich gerne nochmals darauf verweise, dass Auswandern in ein Land wie Norwegen keine so schwierige Sache ist bei dem man für jeden Schritt Hilfe benötigen würde.

Zentralstelle für Arbeitsvermittlung

In Deutschland gibt es die Möglichkeit die externer LinkEuropaservice - Arbeitsagentur.de zu kontaktieren. Die Zentralstelle ist eine Dienststelle der Bundesagentur für Arbeit. Zu ihren Aufgaben gehört die Internationale Arbeitsvermittlung, eine Agentur, die seit über vierzig Jahren Fach- und Führungskräfte ins Ausland, aber auch aus dem Ausland nach Deutschland vermittelt. Darüber hinaus bietet sie zahlreiche Vermittlungsprogramme an.
Kontaktadresse:
ZAV
Villemombler Straße 76
53123 Bonn
DEUTSCHLAND
Infotelefon: 0180-1003060

Arbeitsvertrag

Unabhängig davon, ob ein zeitlich begrenztes oder dauerhaftes Arbeitsverhältnis in Norwegen geplant ist, sollte immer ein schriftlicher Arbeitsvertrag geschlossen werden, der vom Arbeitnehmer kontrolliert worden ist. Gewöhnliche Arbeitsverhältnisse beginnen mit einer Probezeit, die im Arbeitsvertrag festgelegt ist. Die Dauer der Probezeit ist im voraus zu bestimmen. Ihre maximale Dauer beträgt sechs Monate. Während der Probezeit kann das Arbeitsverhältnis durch den Arbeitgeber oder -nehmer innerhalb einer vierzehntägigen Frist beendet werden.

Bewerben - aber wie?

In der heutigen Zeit stellt sich dann noch die Frage ob man seine Bewerbung konservativ als Papierbewerbung mit der Post schicken soll oder eben elektronisch via mail. Ich würde diese Entscheidung immer von verschiedenen Faktoren abhängig machen. Handelt es sich um eine Stellenanzeige wo ausdrücklich eine elektronische Bewerbung gewünscht wird und ggf. auf der Internetseite auf der die Stelle ausgeschrieben war, schon ein elektronisches Bewerbungsformular zur Verfügung gestellt wird, sollte man die Möglichkeit der elektronischen Bewerbung nutzen. Auch in Betrieben die hauptsächlich in den Bereichen IT und Medien tätig sind, sind Bewerbungen via mail mittlerweile Standard und man sollte da ruhig diese Möglichkeit nutzen. In allen anderen Bereichen jedoch und wenn der Arbeitgeber nicht ausdrücklich eine elektronische Bewerbung anfordert, würde ich zu einer konventionellen Papierbewerbung raten.
Oft ist es leider so, dass man auf seine Bewerbung lange Zeit oder auch nie eine Antwort bekommt. Eine Möglichkeit, die etwas mehr verspricht, ist ein Telefonat mit dem man sich sich mit dem potentiellen Arbeitgeber in Verbindung setzt. Das setzt natürlich Sprachkenntnisse voraus, die gut genug sein müssen um ein solches Telefonat auf norwegisch zu führen.
Noch besser ist es, wenn man seine Bewerbungspapiere unter den Arm nimmt und direkt bei den Arbeitgebern vorspricht. Einfach beim nächsten Urlaub in Norwegen seine Bewerbungsunterlagen mitnehmen! Dieses "Klinken putzen" ist zwar aufwändig, aber wird oft mit einem Arbeitsvertrag belohnt. Zum Beispiel kann man während eines Aufenthaltes in Norwegen zu den potentiellen Arbeitgebern gehen und sein Anliegen vortragen. Mit der Begründung, das man innerhalb von wenigen Tagen ja wieder zurück reisen muss, ist es meist möglich auch kurzfristig einen Termin für ein Vorstellungsgespräch zu bekommen. Dass man bei so einer Aktion seine fertige Bewerbungsmappe dabei haben sollte, versteht sich von selbst.
Wenn man telefonisch oder persönlich bei einem Arbeitgeber anfragt und eine Absage bekommt, sollte man trotzdem immer auch fragen, ob man sich in einigen Wochen erneut melden darf.
Ich persönlich habe schon mehrfach erlebt, dass Leute auf eine schriftliche Bewerbung nicht mal eine Antwort bekommen haben und nachdem sie noch mal die Eigeninitiative ergriffen haben und mit ihrer Bewerbung zu dem selben Arbeitgeber hingegangen sind, hatten sie innerhalb von wenigen Tagen einen Termin für ein Vorstellungsgespräch und danach dann auch oft auch einen Job!
Detailierte Infos zum Thema Bewerbung und Lebenslauf, und wie diese auf norwegisch Aussehen sollten, findet ihr auf meiner Webseite hier: Bewerbung

Übersetzungen und mehr...

In Norwegen sollte man sich auf norwegisch Bewerben und das ist, gerade wenn man mit seinen norwegischkentnissen noch am Anfang steht, nicht leicht. Hinzu kommt, das man wichtige Dokumente wie Diplome, Examensunterlagen, Abschlusszeugnisse, Gesellenbriefe und ähnliches sowieso von einem Dolmetscher übersetzen und beglaubigen lassen sollte.
Aus persönliche Erfahrung kann ich für solche Aufgaben Dr. Wolfgang Köster empfehlen. Dieser ist nicht nur beglaubigter Übersetzer für norwegisch, sondern hat darüber hinaus auch viele Jahre Erfahrung mit der Vermittlung von Deutschen nach Norwegen.
Seine Arbeit konzentriert sich überwiegend auf die Rekrutierung, Vorbereitung und Vermittlung von Deutschen aus den unterschiedlichsten Berufsgruppen.
Zu erreichen ist Dr. Wolfgang Köster unter Buero-Koester@t-online.de

Anerkennung von Berufsqualifikationen

Leider gibt es bei der gegenseitigen Anerkennung von Berufsqualifikationen nicht immer eine einheitliche Regelung. Im Prinzip wird eine in einem EWR-Staat erteilte Berufszulassung in den anderen Staaten ohne weitere Prüfungen fachlicher oder sonstiger Art anerkannt. Es gibt jedoch Ausnahmen. Zunächst einmal ist zu unterscheiden zwischen Ausbildungen, die mindestens drei Jahre dauern und solchen, die weniger als drei Jahre dauern, da für einzelne Berufe bestimmte Mindestanforderungen in Bezug auf die Ausbildungsdauer oder Praktika gelten. Dann können auch die Arbeitgeber besondere Qualifikationen verlangen, die über die Zulassungsanforderungen hinausgehen, z.B. Sprachkenntnisse oder zusätzliche Berufserfahrung. Auf jeden Fall sollte man sich im Zweifelsfall immer bei den zuständigen Stellen (Bildungsministerium, Berufsverbände usw.) erkundigen, für welche Berufe eine Zulassung erforderlich ist, welche zusätzlichen Bedingungen erfüllt sein müssen usw.
Wer unsicher ist ob seine Ausbildung anerkannt wird oder weitere Infos braucht sollte unbedingt bei externer LinkNokut vorbei schauen.
Für alle Berufe im Gesundheitswesen gibt es eine eigene Stelle an die man sich wenden muss um seine Berufsausbildung anerkannt zu bekommen, das ist externer LinkSAFH Statens autorisasjonskontor for helsepersonell. Auf deren Homepage finden sich alle wichtigen Informationen sowie alle für die Anerkennung notwendigen Formulare im PDF Format zum download.

"Schwarze Schafe"

Auch in Norwegen gibt es bei den Arbeitgebern einige "schwarze Schafe" und diese sind nicht immer leicht zu erkennen. Besonders Personen mit schlechten oder gar keinen Sprachkentnissen sind die ideale Beute für solche Arbeitgeber, denn diese kønnen sich am schlechtesten wehren und Wissen am wenigsten über ihre Rechte bescheid. Schon auch das ist ein Grund, warum ich jedem empfehle unbedingt erst norwegisch zu lernen bevor man sich in Norwegen bewirbt. Nicht nur, dass man bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat, man fällt auch nicht mehr ins Beuteschema der "schwarzen Schafe".
Wenn man ein Arbeitsverhältnis in Norwegen beginnt, so sollte man darauf bestehen das man einen schriftlichen Arbeitsvertrag bekommt. Wird man damit hingehalten, so sollten alle Alarmglocken läuten.
Auch wenn man das Gefühl hat man bekommt zu wenig Gehalt oder wenn die Gehaltszahlungen unregelmässig stattfinden, sollte man sich informieren und ggf handeln.
Es gibt Arbeitgeber in Norwegen welche ihren Angestellten untersagen in die Gewerkschaft einzutreten. Dieses ist nicht zulässig und lässt auf einen Arbeitgeber schliessen der was zu verbergen hat. Jeder Arbeitnehmer hat das Recht sich in die Gewerkschaft einzumelden.
Generell lohnt es sich, dass man in der Gewerkschaft Mitglied wird. Nicht nur, dass man dort Hilfe bekommt wenn es Probleme am Arbeitsplatz gibt. Auch infos über Arbeitsgesetzte und Lohntabellen bekommt man dort.
Wenn es richtig grosse Probleme am Arbeitsplatz gibt und es Dinge gibt, die nicht so laufen wie es sein sollte oder wie der Gesetzgeber vorsieht, so ist das externer LinkArbeidstilsynet die richige Anlaufstelle.

In welchen Jobs hat man die besten Chancen?

Die Rohölförderung und der Pipelinetransport von Rohöl sorgen für hohe Einkünfte, erfordern aber auch beträchtliche Ressourcen für Entwicklung und Betrieb. Im Bereich der Technologie herrscht Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. Man befürchtet, dass die Firmen, die für Instandhaltung der Bohrlöcher verantwortlich sind, in den kommenden Jahren große Probleme bekommen werden, qualifiziertes Personal zu finden. Es besteht eine große Nachfrage nach Ingenieuren, welche die Bohrlöcher in Stand halten können, Diplomingenieuren (Lochabweichungen beim Bohren, Elektriklog), Geophysikern und Geologen. Die Firmen sind genötigt, Arbeitskräfte aus dem Ausland einzustellen. Norwegen hat eine bedeutende elektrometallurgische Industrie, hauptsächlich im Bereich der Aluminiumgewinnung, aber auch im Bereich der Eisenindustrie, Nickel-, Zink- und Magnesiumgewinnung. Die Erdöl- und Gasgewinnung und der Bergbau beschäftigen 17 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung.
Offshore
Die Nachfrage nach qualifizieren Mitarbeitern im Bereich des Bohrens, nach Servicetechnikern, Ingenieuren mit Hochschulabschluss (Bohrung, Brunnen, Elektrische Anlagen etc.) und auch nach Geologen und Geophysikern ist steigend. In diesen Bereichen rekrutieren einige Firmen auch aus dem Ausland.

Verarbeitende Industrie

Die verarbeitende Industrie hat in den letzten fünf Jahren eine höhere Wachstumsrate als jeder andere Industriesektor aufweisen können. Es besteht eine große Nachfrage nach gut ausgebildetem Personal im Bereich der Schiffsbauindustrie: Schweißer (Elektroden, Rohrleitungen), Installateure für die Industrie, Metallarbeiter, im Bereich der Hydraulik spezialisierte Mechaniker, Elektriker und Monteure. Arbeitsmöglichkeiten gibt es sowohl an der Westküste (besonders in der Schiffsbauindustrie) und in den östlichen Teilen des Landes .
Baugewerbe
Ungefähr 6 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung sind im Baugewerbe beschäftigt. Man erwartet, dass der Mangel an qualifiziertem Personal wie Zimmerleuten, Bauarbeitern, Kupferschmieden, Malern, Maurern und zugelassenen Elektrikern in den nächsten Jahren zunehmen wird. Im Industriebaugewerbe rechnet man weiterhin mit hoher Aktivität.
Gesundheitssektor
Praktisch alle medizinischen und sozialen Einrichtungen werden in Norwegen öffentlich betrieben. Überall im Land herrscht Nachfrage nach Krankenschwestern, Fachärzten und Zahnärzten, in der primären Gesundheitspflege wie auch in den Krankenhäusern.
Wenn man in Norwegen ein Praktisches Jahr oder ein AiP absolvieren will, sollte man sich mit dem Bezirksärztlichem Amt in Oslo in Verbindung setzten, welches weitere Informationen bereitstellen kann. Die Adresse ist:
Fylkeslegen i Oslo
externer Linkpostmottak@fl-oslo.sri.telemax.no
Postboks 8041 Dep
N - 0031 Oslo
Tel.: 0047 - 22 00 39 00
Fischindustrie
Die Hauptsaison der Fischindustrie beginnt im Januar, dann werden Arbeitskräfte im Verwaltungsbezirk Nord-Trøndelag und in den weiter nördlich gelegenen Bezirken gesucht. Die Saison endet im Mai. Es wird keine spezielle Berufsausbildung gefordert, aber in der Industrie werden erfahrene Bewerber bevorzugt. Es wird darauf aufmerksam gemacht, dass in Båtsfjord, Verwaltungsbezirk Finnmark, Schulungen im Filetieren von Fisch ( 4 Wochen Dauer, umfassende praktische und theoretische Ausbildung) angeboten werden. Weitere Auskünfte können bei EURES (EURopean Employment Services) eingeholt werden.
Arbeit als Lehrer
Wer sich als Lehrer oder Lehrerin in Norwegen bewerben will, muss unbedingt Norwegischkenntnisse vorweisen. Nicht jedes Lehrerstudium wird - u.a. aufgrund der Lehrpläne - gleichermaßen anerkannt. Das norwegische Ministerium für Bildung, Forschung und kirchliche Angelegenheiten ist für das Zulassungsverfahren zuständig.

Kirke-, utdannings- og forskningsdepartement
Postboks 8119 Dep
N - 0032 Oslo
Tel.: 0047 - 22 24 90 90
Andere Berufe
Zusätzlich zu den oben erwähnten Fachbereichen wird ein zunehmender Mangel an qualifiziertem Fachpersonal in einer Anzahl von anderen Arbeitsgebieten erwartet. Es herrscht eine Angebotslücke an Ingenieuren (insbesondere in der Computertechnologie, im technischen Design, in der Elektrotechnologie und im Maschinenbau), Vorschulpädagogen, Bäckern, Metzgern, Automechanikern, Biotechnikern, Apothekern, Köchen, Färbern in der Textilindustrie und in mehreren anderen Berufen.
Normalerweise benötigen Arbeitnehmer Kenntnisse der norwegischen oder einer anderen skandinavischen Sprache. In einigen Fachbereichen kann Englisch in der Startphase ausreichend sein.
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