Rund ums Auto

Die Sache mit dem Auto ist so ein großer, wichtiger und komplexer Punkt, dass ich diesen gerne ein bisschen ausführlicher behandeln will.
Bei keinem anderen Thema gibt es so viele Fallstricke und vermutlich ist das Thema Auto auch der Punkt, der beim Auswandern nach Norwegen am meisten im Geldbeutel schmerzt. Um so wichtiger ist es da, Bescheid zu wissen "wie der Hase läuft".
Zwei wichtige Punkte allerdings gleich vorab. Erstens, es ist NICHT erlaubt einen Wagen aus dem Ausland mit nach Norwegen zu nehmen und dann einfach weiterhin mit der heimatlichen Registrierung diesen Wagen zu fahren. Zweitens, die norwegischen Gesetze rund um die Einfuhr und Benutzung eines Kraftfahrzeugs sind "wasserdicht". Ausnahmslos alle Tricks zur Umgehung dieser ebenso glasklaren wie strengen Regeln sind eindeutig gesetzwidrig, alle schon vergeblich ausprobiert worden und den einheimischen Behörden nur zu gut bekannt (ausländischer Mietwagen, Papas Auto, Auto des ausländischen Arbeitgebers usw. usw.) - in jedem Falle droht ausdrücklich die Beschlagnahme des Autos und ein Strafverfahren.

Allgemeines

Wenn man keinen Wagen hat, sollte man sich überlegen, ob man nicht doch gerne einen haben würde. Spätestens hier vor Ort haben nämlich dann viele Leute auf einmal das unbändige Verlangen nach einem fahrbaren Untersatz um möglichst viel von diesem wunderschönen Land entdecken zu können.
Desweitern ist man, wenn man nicht gerade in einer der größeren Städte wohnt, auch meist auf einen fahrbaren Untersatz angewiesen.
Wenn man einen Wagen hat, würde ich deshalb generell dazu raten, ihn mitzunehmen. Allerdings würde ich davon abraten, wenn es sich um ein sehr altes und Werkstatt anfälliges Auto handelt, da Autoreparaturen hier wirklich sehr teuer sind. Darüber hinaus sollte man, wenn man seinen Wagen in Norwegen einführen will, sich dieses genau durchrechnen und überprüfen ob sich das lohnt. Die Kosten für die Einfuhr eines Autos sind beachtlich und unter umständen kann es günstiger sein seinen PKW im Heimatland zu verkaufen und sich vom Erlös einen Wagen in Norwegen zu kaufen.
Wie viel es kostet, seinen Wagen aus Deutschland nach Norwegen einzuführen, kann man am einfachsten externer Linkhier ausrechnen lassen.
Vorsicht, der angezeigte Geldbetrag löst in vielen Fällen Entsetzen oder unglaubwürdiges Staunen hervor, entspricht aber leider dem, was man bei der Einfuhr seines Wagens bezahlen darf. Die Kosten für die Einfuhr nach Norwegen übersteigen in vielen Fällen den Preis, den das Auto in Deutschland als Gebrauchtwagen gekostet hat.
Bei der Berechnung der Einfuhrgebühr werden verschiedene Werte mit einbezogen. Die Kriterien sind Motorleistung, Gewicht und Hubraum. Für die Mehrwertsteuer ist der Kaufpreis bzw. aktueller Marktwert entscheidend. Rabatt gibt es für das Alter des Fahrzeugs.

Wichtig!


Was sehr wichtig ist, ist eine Änderung in den Zollbestimmungen seit dem 1. Juni 2003! Das Auto wird jetzt nicht mehr zum Umzugsgut gezählt und es fallen recht hohe Einfuhrgebühren an. Die alte Regelungen, nach der man einen Wagen als Umzugsgut abgabenfrei einführen konnten gelten nicht mehr!!
Wer nun meint, dass man das alles fein umgehen kann indem man den Wagen auf Vater oder Bruder in Deutschland anmeldet und dann einfach munter weiter mit deutschem Kennzeichen in Norwegen rumfährt, ist ganz schief gewickelt! Von solchen und ähnlichen Aktionen kann ich nur eindringlich abraten, denn das ist streng verboten!
Wenn man in Norwegen gemeldet ist, darf man kein Fahrzeug fahren, was auf eine andere, im Ausland lebende Person zugelassen ist, es sei denn, die betreffende Person sitzt selber mit im Fahrzeug. Auch wenn der Wagen auf einen in Deutschland lebenden Familienangehörigen zugelassen ist, ist es nicht erlaubt diesen Wagen in Norwegen in Abwesenheit dieser Person zu fahren. Desweiteren nutzt auch die schönste schriftliche Erklärung, dass der Halter des Wagens die Nutzung gestattet u.s.w.  nichts! So ein Schrieb ist weniger wert als das Papier, auf das er geschrieben ist und im Falle einer Kontrolle wirklich vollkommen wertlos!
Auch die Möglichkeit, den Wagen erst mal gar nicht zu verzollen, sondern einfach mit seinem ausländischen Nummernschild weiterzufahren ist nur so lange erlaubt, wie man nicht im norwegischen Folkeregister steht. Sobald man ordnungsgemäß in Norwegen gemeldet ist und hier mit Personennummer registriert ist, darf man nicht länger mit dem Fahrzeug mit dem alten Kennzeichen fahren. Einzige Ausnahme ist das Fahren mit einer "midlertidlig kjøretilatelse" auf das ich weiter unten im Text noch näher eingehen werde.
Letztendlich kann man es also drehen und wenden wie man will, die Sache mit dem Auto kostet in jedem Fall Geld und das nicht gerade wenig. Es gibt deswegen verschiedene Wege die man da gehen kann und die ich hier aufgeführt habe, so das jeder für sich ausrechnen kann, welches die beste Lösung ist.

Befristete Einfuhr

Das ist die einzige Möglichkeit zumindesten nicht sofort tief in die Tasche greifen zu müssen. Man hat die Möglichkeit einer auf maximal zwei Jahre begrenzte Einfuhr, wenn man glaubhaft machen kann, dass man nach spätestens zwei Jahren Norwegen wieder verlassen wird.
Wenn man nicht länger wie ein Jahr beabsichtigt in Norwegen zu bleiben, kann man weiterhin mit seinem Fahrzeug mit den heimatlichen Kennzeichen fahren und muss auch keine midlertidlig kjøretilatelse beantragen. Vorraussetzung hierfür ist allerdings das man:
1. einen Arbeitsvertrag in Norwegen hat aus dem klar hervorgeht das man nicht länger wie 1 Jahr in Norwegen beschäftigt sein wird. Eine Kopie dieses Arbeitsvertrags muss man immer im Fahrzeug mit sich führen.
2. man darf in den vorangegangenen 2 Jahren nicht in Norwegen gelebt haben
Wenn man nach Ablauf dieser Zeit noch weiter in Norwegen bleibt und z.B einen um ein Jahr verlängerten Arbeitsvertrag beim Zoll vorlegt, wird man für ein Jahr die midlertidlig kjøretilatelse ausgestellt bekommen, eine Verlängerung dieser ist dann allerdings nicht mehr möglich.
Um eine midlertidlig kjøretilatelse zu bekommen, sollte man eine Reihe von Bedinungen erfüllen. Eine Bedingung ist, daß man einen Wohnsitz sowie familiäre Bindungen im Ausland hat und einen Nachweis erbringen kann für welchen Zeitraum der Aufenthalt in Norge voraussichtlich befristet sein soll. Am Besten dokumentiert man das mit einem befristeter Arbeitsvertrag oder eine Aufenthaltserlaubnis zum Studium für ein Jahr. Jedoch sollte man dann alles vermeiden was danach aussieht, dass man länger als diese zwei Jahre in Norwegen bleiben will (Wohnung kaufen, unbefristeter Arbeitsvertrag ...). Jede Handlung die nahelegt daß man doch auf Dauer in Norwegen bleiben will legt für den Zoll den Verdacht nahe daß da jemand die ohnehin nur befristet erlaubte Nutzung mißbraucht, man muß dann immer damit rechnen daß der Zoll die sofortige reguläre Einfuhr (und ergo eine Menge Geld) verlangt. Man erhält dann eine Zoll- und Steuerbescheinigung, die einem erlaubt, den Wagen ein Jahr lang in Norwegen mit deutschem Nummernschild zu fahren und diese Erlaubnis kann auf Antrag auf ein zweites Jahr ausgedehnt werden. Danach ist aber das Ende der Fahnenstange erreicht und man muss entweder den Wagen verzollen oder aber den Wagen zurück nach Deutschland schaffen. Beim Verzollen nach Ablauf der zwei Jahre wird der Zollwert von vor 2 Jahren der Berechnung zu Grunde gelegt, so dass man dann eigentlich mehr bezahlt, als der Wagen vom Alter her wert ist. Während man den Wagen mit deutschen Nummernschild in Norwegen fährt, muss dieser selbstverständlich weiter in Deutschland versichert sein, wozu man zumindestens pro forma eine deutsche Adresse braucht. Im Wagen muss dann immer neben den anderen Wagenpapieren die foreløpig kjøretillatelse mit geführt werden, falls man in eine Kontrolle kommt. Generell kann man also nur mittels einer recht aufwändigen Aktion die Zahlung verzögern, nicht aber umgehen!
Der Antrag auf die befristete, abgabenfreie Einfuhr muss direkt bei der Einreise in Norwegen bei der zuständigen Zollbehörde gestellt werden. Die Papiere zur Dokumentation, dass man beabsichtigt nur 1 (2) Jahre in Norwegen zu verweilen, sollte man mit sich führen. Letztendlich obliegt es dann der Zollbehörde zu entscheiden, ob man die befristete Einfuhr bewilligt bekommt. Die genauen Bestimmungen findet man externer Linkhier. Nach ablauf der ein/zwei Jahre muss man den Wagen entweder wieder aus Norwegen ausführen oder eben ordnungsgemäss verzollen. Tut man das nicht, kan man sich schon mal auf den Besuch der Herren vom Zoll einstellen, die dann nämlich definitiv vorbei kommen um zu sehen was aus dem Auto geworden ist. In so einem Fall ist dann davon auszugehen das der Wagen unmittelbar beschlagnahmt wird und der Fahrzeugeigentümer nicht nur die Rechnung für die ordnungsgemässe Einfuhr präsentiert bekommt sondern zugleich auch noch ein sehr schmerzhaftes Bussgeld. Falls man sich dazu entscheidet den Wagen wieder ausser Landes zu bringen sollte man deswegen bei der Ausreise dieses dem Zoll melden.

Auto in Norwegen kaufen

Eine weitere Möglichkeit ist es, den Punkt mit der Autoeinfuhr zu umgehen und sich ein Auto direkt in Norwegen anzuschaffen. Doch Vorsicht, die Preise für Autos liegen deutlich über dem deutschen Niveau und man sollte sich vorher umfassend informieren.
Bevor man seinen Wagen aber in Deutschland verkauft um das Geld für die Einfuhr zu sparen, sollte man auf den norwegischen Gebrauchtwagenseiten (zu finden bei meinen Umzugslinks) erstmal schauen, wie viel ein vergleichbarer Wagen hier kosten würde. Unter Umständen ist dann doch die Einfuhr billiger und es lohnt sich, die Einfuhr für einen Wagen zu bezahlen.
Wer sich in Norwegen ein Auto kauft, findet auf den Gebrauchtwagenseiten im Internet jede Menge Angebote in allen Wagenklassen. Die Preise sind norwegisch hoch, aber es gibt durchaus auch Schnäppchen zu machen. Teilweise werden selbst recht alte Autos noch zu hohen Preisen gehandelt. Es ist in jedem Fall ratsam, wenn man kein Fachmann ist den Gebrauchtwagen vor dem Kauf beim NAF durchchecken zu lassen, damit man nicht am Ende eine böse Überraschung erlebt. Was ebenfalls wichtig ist beim Gebrauchtwagenkauf, ist dass man in jedem Fall im externer LinkBrønnøysundregistre checkt, ob auf dem Wagen keine Pfändungen oder Schulden liegen, für die man als neuer Eigentümer eventuell einstehen müsste.

gezielter Autokauf vor dem Umzug

Eine andere und ganz legale Möglichkeit bei der Einfuhr eines Kraftfahrzeugs nach Norwegen zu sparen besteht darin, sich einfach schon vor der Einreise ein Fahrzeug anzuschaffen, was beim Zoll weniger kostet. Autos, die man als Varebil, Kombibil, Minibus oder Campingvogn zulassen kann sind deutlich billiger bei der Einfuhr. Jedoch um den Wagen in einer der erwähnten Kategorieren eingeteilt zu bekommen, gelten ausschließlich die norwegischen Bestimmungen. Es ist also durchaus möglich, dass man einen Wagen, der in Deutschland eine LKW-Zulassung hat, nach norwegischen Bestimmungen nicht als Varebil anerkannt bekommt.
Ein Wagen muss jedoch eine ganze Reihe von Kriterien erfüllen um "verbilligt", zum Beispiel als Varebil, eingeführt werden zu können.
Minibus:
- mindestens 10 Sitzplätze welche fest in Fahrtrichtung montiert sein müssen
- benötigete Führerscheinklasse D1
- auf so ein Fahrzeug werden nur 35 % der Regelsteuer erhoben
Campingbil:
- der Wagen muss enthalten: fest montierter Schrank, einen Tisch und Essplatz sowie Schlafplätze für so viele Personen wie Sitzplätze im Wagen vorhanden sind.
- nicht notwendig ist, das der Wagen eine Kochgelegenheit oder einen Kühlschrank enthält
- hier werden nur 22 % der Regelsteuer fällig
Varebil:
- 2 oder 3 Sitze, die jedoch alle vorne sein müssen. Es darf hinter dem Fahrersitz keine weitere Sitzreihe geben
- fest montiertes Trenngitter zwischen Personen- und Laderaum
- in den Laderaum muss eine rechtwinklige Kiste mit Länge = 140 cm, Breite = 90 cm und Höhe = 105 cm hinein passen
- bei Pickups mit offener Ladefläche muss die Ladefläche mindestens 1 Meter lang sein und der Laderaum muss größer sein als der Personenraum des Wagens
- für ein Varebil muss man nur 22 % der Regelsteuer zahlen
Lastebil:
- von den Vorgaben her (Trennwand, Abmessungen der Kiste...) wie beim Varebil, jedoch liegt das zul. Gesamtgewicht über 3500 kg
- 2 oder 3 Sitze, die jedoch alle vorne sein müssen. Es darf hinter dem Fahrersitz keine weitere Sitzreihe geben
- fest montiertes Trenngitter zwischen Personen- und Laderaum
- in den Laderaum muss eine rechtwinklige Kiste mit Länge = 140 cm, Breite = 90 cm und Höhe = 105 cm rein passen
- bei Pickups mit offener Ladefläche muss die Ladefläche mindestens 1 Meter lang sein und der Laderaum muss größer sein als der Personenraum des Wagens
- für ein Lastebil zahlt man 22% der Regelsteuer, einzig die Mehrwertsteuer fällt an
Kombibil:
- eingerichtet zum Transport von Personen und Fracht, deswegen muss der Wagen auch mindestens 2 Sitzreihen haben
- die Laderaumfläche, gemessen von dem fest montierten Gitter bis zur hinteren Begrenzung des Laderaums muss mindestens 170 cm betragen
- - kombibil entfällt als Steuerklasse. Technisch verbleibt die klasse, fällt aber steuerlich unter personbil (also für Privatpersonen nutzlos, Firmen koennen im Gegensatz zu Personbil die mwst. zurückerhalten, wie bei vare/lastebil)

Einfuhr eines Autos

Das "Spielchen" mit Einfuhr ist wirklich eine Wissenschaft für sich und deswegen wird dieser Abschnitt ein bisschen ausführlicher. Wichtig ist auch, dass man hierbei alles in der richtigen Reihenfolge erledigt, weswegen ich hier alles Schritt für Schritt aufgeführt habe.
Das erste Problem dabei ist mal wieder der "heilige Gral", die norwegische Personennummer. Ohne diese kann man zwar sein Auto einführen, aber leider nicht in Norwegen registrieren lassen.
Deswegen ist das erste, was man nach der Ankunft in Norwegen machen muss, sich um den Erhalt einer D-Nummer zu kümmern. Diese kann man im Zusammenhang das man eine Steuerkarte beantragt beim Ligningskontor beantragen. Mehr dazu weiter unten im Text.
Wichig bei der ganzen Einfuhrgeschichte ist der Zeitfaktor. Wenn man nach Norge zieht und ein Fahrzeug einzuführen hat, so ist man verpflichtet dieses bei der Einreise beim Zoll anzumelden. Anschliessend hat man drei Tage Zeit um bei der zuständigen Zollbehörde in der Kommune wo mal wohnt vorstellig zu werden. Dort muss man dann einen Antrag auf eine "middlertidelig kjøretilatelse i forbindelse med flytting til norge" ausfüllen, dass ist eine Genehmigung, mit der man das Fahrzeug zwei Wochen lang in Norwegen benutzen darf. In diesen zwei Wochen muss man dann die restlichen Formaliäten abgewickelt haben, was sich zugegebenermassen recht schwierig werden kann.
Um das Fahrzeug in Norwegen einzuführen braucht man zwar keine P oder D-Nummer, jedoch kann man ohne eine solche kein Fahrzeug in Norwegen versichern und anmelden.
Deswegen muss man so schnell wie möglich nach der Ankunft in Norge zum Ligningskontor und dort eine Steuerkarte und die D-Nummer beantragen. Optimal wäre es, wenn man für die Auto Anmeldung eine P-Nummer in der Hand hätte, jedoch dauert das sehr lange bis man diese bekommt, 3 Monate Wartezeit sind da die Regel, oft dauert es noch länger. Wenn man also seinen PKW nicht nach Ablauf der durch den Zoll zugeteilten Fahrerlaubnis von zwei Wochen bis zum Erhalt der P-Nummer unbenutzt stehen lassen will, so muss man sich so schnell es geht eine D-Nummer besorgen.
Die D-Nummer wird beim Ligningskontor beantragt und von der Kommune erteilt. Normalerweise soll dieser Prozess nicht länger wie eine Woche dauern, in der Praxis sieht das jedoch leider oft anders aus. Deswegen sollte man von Anfang an darauf verweisen das man diese Nummer wirklich so schnell wie möglich benötigt und gegebenenfalls da auch noch mal bei der Kommune nachhaken. Wie gesagt, die Ausnahme Fahrgenehmigung des Zolls gilt nur für zwei Wochen, man muss sich also beeilen.
Was man ebenfalls umgehend machen sollte, ist bei der für den Wohnort zuständigen Trafikkstasjon einen Termin für die technische Untersuchung vereinbaren. Die Wartelisten dort sind manchmal recht lang, so dass man sich da rechtzeitig um einen Termin kümmern sollte. Ohne die Technische Untersuchung kann man sein Auto nicht registieren lassen. Die Technische Untersuchung dauert in der Regel 45 bis 60 Minuten und kostet 450 NOK.
Dann fährt man zu dem Zollamt, welches für den Distrikt zuständig ist in dem man wohnt. Dort muss man dann alle Fahrzeugpapiere, Kaufvertrag und einen gültigen Ausweis dabei haben.
Dort wird man dann zur Kasse gebeten und darf die sogenannte Engangsavgift bezahlen. Diese wird oft fälschlicherweise als Zoll bezeichnet, ist aber eigentlich eine Steuer. Die dabei entscheidenden Faktoren sind das Alter des Autos, die Motorleistung, der Hubraum und das Leergewicht. Aus diesen Faktoren wird die Engangsavgift berechnet.
Beim PKW kann diese Steuer in Norge etwa ebenso hoch sein wie der Zeitwert des Autos in Deutschland.
Zusätzlich zur Engangsavgift kommt noch 25 % Mehrwertsteuer/Einfuhrumsatzsteuer auf den Zollwert des Autos zum Zeitpunkt der Einfuhr sowie bei den meisten Autos ein "Vrakpant" dazu in Höhe von 1300 nok - letzteres ist so eine Art Sicherungsgebühr für die spätere Verschrottung.
Was man da bezahlen darf kann man im Vorfeld externer Linkhier berechnen.
Seit Mai 2007 gibt es neben der klassischen Einfuhrkostenberechnung noch eine zweite, alternative Berechnugsmöglichkeit. Infos dazu findet man externer Linkhier. Wichtig ist, das man im Vorfeld durchkalkulieren sollte, mit welcher Berechnungsmehthode man besser fährt. Hat man sich einmal entschieden und dem Zoll gesagt welche Berechnungsmethode angewendet werden soll, lässt sich das nicht mehr ändern. Es lohnt sich nicht für jedes Auto, deswegen sollte man das wirklich genau durchrechnen.
Neben der Engangsavgift ist auch die Mehrwertsteuer umgehend zu bezahlen. Ebenfalls beim Zoll muss die Årsavgift bezahlt werden, welche zur Zeit bei 2865 NOK liegt. Wird der Wagen nach dem ersten Juli eingeführt und angemeldet ist nur noch die Hälfte der Årsavgift fällig.
Es handelt sich dabei immer um grosse Geldsummen, welche umgehend und in voller höhe dort beim Zoll bezahlt werden müssen. Ein Aussetzen der Bezahlung oder gar Ratenzahlung sind nicht möglich! Für die Einfuhr des Autos benötigt man eine COC / ECE Bescheinigung. Dieses Zertifiakt gibt es für alle Fahrzeuge ab dem Baujahr 2001 und man bekommt diese Bescheinigung beim Autohersteller oder auch beim TÜV. Bei neueren Fahrzeugen sollte diese Bescheinigung automatisch mit dabei sein. Für ältere Fahrzeuge braucht man bei der Einfuhr eine Bescheinigung über den Co2 Ausstoss. Diese muss man sich beim TÜV besorgen. Ohne diese Bescheinigungen kann man kein Auto nach Norwegen einführen.
Da der Zoll die alten, ausländischen Autokennzeichen einbehält und vernichtet braucht man sogenannte Prøvekjennmerke, welche man von jeder Trafikkstasjon ausgestellt bekommt. Diese Aufkleber kosten 275 NOK pro Tag.
Um den Wagen im Urspungsland abmelden zu können erhält man vom Zoll eine Quittung für die einbehaltenen Nummernschilder.
Bevor man den Wagen nun in Norwegen bei Statens Vegvesen anmelden kann, braucht man noch eine Versicherung für das Fahrzeug. Auch das geht eigentlich erst mit der P-Nummer, aber wenn man die D-Nummer hat sollte sich damit eine Versicherung finden lassen. An dieser Stelle jedoch gleich der Hinweis, das es mit D-Nummer nicht ganz so einfach ist und viele Versicherungen eben auf der P-Nummer bestehen. Aber da muss man hartnäckig bleiben oder eben so lange suchen bis man eine Versicherung gefunden hat, denen die D-Nummer ausreicht.
Die Versicherung kann dann recht einfach telefonisch abgeschlossen werden. Neben der D-Nummer braucht man dann nur noch die Fahrgestellnummer des Autos. Normalerweise reicht zum abschließen einer Versicherung das Autokennzeichen, aber da der Wagen ja noch nicht registriert ist, muss man die Fahrgestellnummer angeben.
Versicherungsgesellschaften, bei denen man seinen Wagen versichern kann, findet man in den externer LinkGule Sider.
Sehr sinnvoll ist es, sich von seiner alten Autoversicherung aus Deutschland eine Bescheinigung über den Schadensfreiheitsrabatt ausstellen zu lassen, optimal wäre ein Nachweis in englischer Sprache. Wenn man diese Bescheinigung bei der Versicherung in Norwegen vorlegt, bekommt man seinen alten Schadensfreiheitsrabatt problemlos auf seine Autoversicherung in Norwegen übertragen und kann so viel Geld sparen.
Nachdem man mit dem Wagen die Zollformalitäten abgewickelt hat und die Engangsavgift bezahlt ist, wird vom Zoll die Fahrgestellnummer des Fahrzeug an Autosys, das zentrale Kraftfahrzeugregister, übermittelt. Dies geschieht elektronisch zwei mal täglich (morgens um 8 und mittags um 12) und bevor die Fahrgestellnummer nicht im Autosys-Register abrufbar ist, kann der Wagen NICHT registriert werden.
Im Klartext heißt das, dass in dem Fall, wenn der Wagen nach 12 Uhr mittags verzollt wird, man die Registrierung erst am nächsten Tag vornehmen kann. Diese Zeitverzögerung sollte man bedenken und unter Umständen sich Probekennzeichen für mehr als einen Tag ausstellen lassen.
Zu guter letzt darf man dann zu Statens Veivesen fahren und bei der zuständigen Trafikkstasjon (siehe Link weiter oben) seinen Wagen anmelden.
Auch da wird man wieder nach der P-Nummer gefragt, aber auch dort darf man sich nicht beirren lassen, denn man kann das Fahrzeug auch mit D-Nummer registieren lassen. Dazu braucht man dann die Fahrzeugpapiere, die Quittung vom Zoll als Nachweis, dass man Zoll und Mehrwertsteuer bezahlt hat, die Quittung, dass die Årsavgift bezahlt ist, den Versicherungsnachweis der norwegischen Versicherung sowie den Nachweis der technischen Untersuchung. Mit diesen Unterlagen bekommt man dann die Zulassung, d. h. die Eintragung in das Zentrale Kraftfahrzeugregister (Autosys) für seinen Wagen.
Bei der Trafikkstasjon bekommt man dann auch die norwegischen Kennzeichen, die einmalig dann noch 250 NOK kosten und den Aufkleber mit dem man nachweist, dass die Årsavgift bezahlt ist.
Wichtig ist bei dem ganzen Vorgang wirklich die Reihenfolge und das man sich wirklich umgehend um die D-Nummer kümmert.
Informationen zum Thema gibt es auch noch auf der Seite vom externer LinkZoll und bei externer LinkStatens Veivesen, jedoch haben beide Infoseiten ein großes Manko. Beide Seiten gehen bei Einfuhr und Anmeldung von Norwegern aus, bzw. Personen die eine norwegische Fødselsnummer haben. Das ist jedoch bei Personen, die gerade nach Norwegen ziehen, nicht der Fall und deswegen ist der Ablauf ein bisschen anders. Während der Norweger oder die Person mit Personennummer wirklich unmittelbar nach der Ankunft mit dem ausländischen Fahrzeug zum Zoll muss, muss man als Ausländer zuerst die 2 wöchige Fahrerlaubnis beim Zoll beantragen und dannn so schnell es geht sich um die D-Nummer kümmern.
Das ganze ist nicht ganz einfach und das Hauptproblem besteht darin, das eben die ganzen Einfuhrgesetze eben in erster Linie für Norweger gemacht sind die ein Auto im Ausland kaufen. Die Problematik vor der Ausländer die neu in Land kommen dann stehen, resultiert daraus, das da eben Gesetze und Regeln von verschiedenen Zuständigkeitsbereichen gar nicht aufeinander abgestimmt sind. Mittlerweile jedoch ist diese Problematik bei den zuständigen Behörden bekannt und man kann darauf hoffen, dass sich da in absehbarer Zeit was bei den Bestimmungen ändern wird, so das es für Personen die nach Norwegen ziehen zwar nicht billiger, aber eben doch einfacher wird ein Fahrzeug ordnungsgemäss einzuführen.
Man muss sich darüber im klaren sein, dass wenn man eben nicht innerhalb der zwei Wochen die D-Nummer hat, bedeutet dass, dass man sein Fahrzeug bis zum erhalt derselbigen erst mal stehen lassen muss. Das tut nicht nur weh sondern ist in vielen Fällen auch gar nicht praktikabel, weswegen man sich da wirklich hinter klemmen sollte um das so schnell wie möglich geregelt zu bekommen.
Das einzige was dann noch zu tun ist, ist den Wagen im Ursprungsland abzumelden. Da gibt es dann zwei Möglichkeiten. Entweder man lässt das durch die Behörden abwickeln - Statens Vegvesen muss sich dann mit der Botschaft des Landes in Verbindung setzen und dort die Umregistrierung des Wagens melden. Die Botschaft meldet das dann weiter zum jeweiligen Verkehrszentralregister des Landes und die wiederum geben es weiter an die örtliche Behörde bei der das Fahrzeug registriert ist. Dieser Vorgang kann bis zu 6 Monate dauern. Schon bezahlte KFZ-Abgaben und Versicherung bekommt man für den Zeitraum vom dem Tag, ab dem der Wagen in Norwegen registriert wird, zurückerstattet.
Schneller geht das, wenn man jemand vor Ort hat der die Abmeldung durchführen kann. Dazu braucht man seine alten Fahrzeugpapiere (Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief) und eine Bescheinigung von Statens Vegvesen. Des weiteren braucht man die Quittung, die man vom Zoll für die Nummernschilder bekommen hat. Diese Unterlagen kann man dann per Post der Person zuschicken, die dort, wo der Wagen ursprünglich registriert war, die Abmeldung erledigt.

Tüv

Auch in Norwegen gibt es eine technische Fahrzeugkontrolle, vergleichbar mit dem deutschen Tüv. Das ganze heisst in Norwegen EU Kontroll und wird alle zwei Jahre durchgeführt. Man bekommt dazu automatisch eine Benachrichtigung von statens vegvesen und muss innerhalb der vorgegebenen Frist die EU Kontroll bei einer autorisierten Werkstatt durchführen lassen.
Wenn irgendwas nicht in Ordnung ist so erstellt die Werkstatt eine Mängelliste mit den Dingen die am Fahrzeug gemacht werden müssen damit es die EU Kontrolle besteht. Ist man der Meinung, die Werkstatt hat unnötig viele Mängel aufgeführt steht es einem frei zu einer anderen Werkstatt zu fahren und dort die Kontrolle erneut vornehmen zu lassen. Findet diese weniger Mängel, so hat man das Recht selbst zu bestimmen nach welcher Mängelliste man sein Fahrzeug reparieren läst und erneut zur Kontrolle vorführt.
Wann ein Auto jeweils zur EU Kontroll muss kann man übringens am Nummernschild feststellen. Die letzte Ziffer des Kennzeichens steht für den Monat in dem der Wagen zur EU Kontroll muss. Also bei einem Kennzeichen welches auf 3 endet hat EU Kontroll im März.

Årsavgift

Einmal im Jahr wird für jeden Autofahrer die KFZ Steuer fällig. In Norwegen heisst das Kind Årsavgift und man bekommt die Rechnung dafür automatisch im Februar zugeschickt. Die Behörden senden diese Bezahlungsaufforderung demjenigen zu, auf den der Wagen am 1. Januar registriert ist. Wurde das Fahrzeug inzwischen verkauft, muss man dafür sorgen das der aktuelle Besitzer die Zahlungsaufforderung erhält.
Die Årsavgift liegt (für die meisten Fahrzeuge) bei 2 865 NOK (stand 2006) Genauere Angaben und Detailinfos findet man hier externer LinkÅrsavgift
Wird ein Fahrzeug erst nach dem 1. Juli neu registriert, ist nur noch die halbe Årsavgift zu bezahlen.
Wenn man die Årsavgift bezahlt hat erhält man einige Wochen später mit der Post einen neuen Aufkleber für das Nummernschild. Diesen muss man klar Sichtbar auf dem Nummernschild anbringen als Dokumentation das die Årsavgift bezahlt ist. Die Aufkleber unterscheiden sich jedes Jahr in der Farbe und sind individuell für jedes Fahrzeug, da das Autokennzeichen aufgedruckt ist.

Versicherung

Wenn man ein Auto hat und zulassen will, muss man auch dafür zuerst eine Versicherung abschließen. Auch in Norwegen wird beim Auto zwischen Vollkasko und Teilkasko Versicherung unterschieden und es gibt da keine wesentlichen Unterschiede zu deutschen Autoversicherungen.
Man kann entweder direkt zu einer Versicherung hingehen oder aber das auch schnell und einfach telefonisch ordnen. Alles, was man braucht, ist die P-Nummer und die Fahrgestellnummer des Autos. Normalerweise reicht zum abschließen einer Versicherung das Autokennzeichen, nur wenn der Wagen noch nicht registriert ist, muss man die Fahrgestellnummer angeben.
Bei der Einstufung der Versicherung spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Zunächst einmal die Frage was für ein Fahrzeugtyp es ist und welche Motorleistung es hat und ob es eine Voll oder Teilkasko sein soll. Dann die Frage, ob Personen unter 23 Jahren das Auto fahren und wie viele Kilometer insgesammt im Jahr gefahren werden. Eebenfalls entscheidend ist ob der Wagen Alarm und Wegfahrsperre hat und was für einen Stellplatz man hat. Zu guter letzt gibt es noch den Schadensfreiheitsrabatt. Diesen kann man sich von seiner alten Versicherung aus dem Heimatland übertragen lassen. Man braucht dazu eine Bestätigung der alten Versicherung über den dort verzeichneten Schadensfreiheitsrabatt und wird dann in Norwegen dementsprechend eingruppiert.
Die Preise zwischen den einzelnen Versicherungsgesellschaften unterscheiden sich teilweise sehr, so dass ein Preisvergleich wirklich wichtig ist. Hinzu kommt, dass man wenn man mehrere Policen bei der selben Versicherung zeichnet, wirklich sehr große Rabatte bekommt. Bei den meisten Versicherungsgeselschaften in Norwegen ist es so das wenn man mindestens 3 policen abschliesst, dass insgesammt ein gutes Stück billiger kommt als wie wenn man nur eine oder zwei versicherungen abschliesst.
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