Das Norwegische Königshaus

Die Wurzeln der norwegischen Monarchie liegen mehr also tausend Jahre zurück.
König Harald Hårfarge (ca 865-933) wird als der erste König benannt dem es gelungen ist, ganz Norwegen zu vereinen und zu einem Reich zusammen zu führen.
Der zweite wichtige König in der Geschichte Norwegens war Olaf der Heilige, über dessen Spuren man auch heute noch an vielen Plätzen in Norwegen stolpert. König Olaf (995-1030) hat den Grundstein für die Norwegische Staatskirche gelegt.
Norwegen hatte zwar immer einen König, jedoch war das Land über viele Jahrhunderte nicht selbstständig. Die wechselvolle Unionsgeschichte mit Dänemark und Schweden war über lange Zeit bestimmend für Norwegen. Erst im Jahre 1814 kam es zur Lösung der Union mit Dänemark und Norwegen bekam sein eigenes Grundgesetz. Ebenfalls in diesem Jahr wurde Oslo zur Hauptstadt ernannt. Jedoch war man nach der Versammlung von Eidsvoll nicht lange selbstständig, denn noch im selben Jahr wurde das Land wieder Schweden angegliedert. Die eigenständige Verfassung blieb jedoch in Kraft.
Damit bekam das System eine ideologische Basis, die sich als tragfähig erwies. Das Königtum wurde weder von Gott noch von den Fürsten abgeleitet, sondern war eine konstitutionelle, von den Volksvertretern angenommene Staatsform. Im Jahre 1818 wurde Carl Johann 14. zum gemeinsamen König von Norwegen und Schweden.
Im Jahre 1905 kam es zum endgültigem Bruch der Union zwischen Norwegen und Schweden. Das Storting kündigte die Union mit Schweden auf und setzte den Schwedenkönig ab. In dieser Zeit großer politischer Umbrüche war auch eine der wichtigsten Fragen, ob Norwegen zukünftig als Monarchie oder als Republik bestehen sollte. Im Rahmen einer Volksabstimmung wurde diese Frage dann beantwortet und es gab trotz starker republikanischer Strömungen ein klares ja zur Monarchie auf demokratischer Grundlage.
Die neue Monarchie wurde um der Kontinuität willen wie die bisherige erblich gemacht, der neue Monarch aber wurde vom Storting gewählt. Das unterstreicht, dass die konstitutionelle Monarchie von 1905 auf demokratischer Grundlage aufgebaut ist.
So wurde dann im Jahre 1905 Prinz Carl von Dänemark zum König zum Norwegen gewählt, der dann den Namen König Haakon 7. führte.
Haakon 7. war bis 1957 König von Norwegen. Während des zweitens Weltkrieges befand sich die Königsfamile im Exil in England. Nach dem Tode von Haakon 7. wurde sein Sohn Olav V König von Norwegen. Er wurde durch seine Volksnähe sehr beliebt und diese Popularität hält sich bis heute ungebrochen. So war die Trauer im Land dann auch echt und groß, als er 1991 starb. Sein Nachfolger wurde sein Sohn, der jetzige König Harald V.
In Norwegen gibt es über das Königshaus hinaus keinen Adel, was noch mal eine besondere Situation darstellt.
Die Alltagsrolle des Staatsoberhaupts in einer modernen Monarchie ist in erster Linie symbolischer Art. Der König vertritt Staat und Volk, er ist Zeremonienmeister par excellence. Er steht in Rang und Würde über allen anderen und hat weder Stimmrecht noch Steuerpflicht. Dass sich seine gesellschaftlichen Beziehungen auf einen sehr engen sozialen Kreis beschränken, schwächt dieses Bild nicht. Im norwegischen System ist kein Platz für einen politisierenden "Hof".
Die heutige Königsfamilie besteht aus König Harald V und seiner Frau Königin Sonja. Jedoch stehen gerade in den letzten  Jahren eher die Königskinder im Interesse der Öffentlichkeit. Insbesondere die ausländischen Medien haben seit der Hochzeit von Kronprinz Haakon mit der bürgerlichen Mette-Marit 2001 ein enorm großes Interesse am norwegischen Königshaus entwickelt. Nachdem die sich die Schlagzeilen um die alleinerziehende Mutter Mette-Marit ein wenig gelegt haben und sie als Kronprinzessin von Norwegen mittlerweile anerkannt ist, sorgte im Jahr 2002 das erstgeborene Kind von König Harald für Schlagzeilen. Prinzessin Märtha Louise heiratete im Mai 2002 den nicht unumstrittenen Schriftsteller Ari Behn. Im Zuge dieser Hochzeit hat sie auf viele Ansprüche und Privilegien verzichtet, jedoch durfte sie den Titel Prinzessin behalten.
Mittlerweile haben Märtha Louise und Ari Behn ihr erstes Kind bekommen, eine Tochter die am hundertsten Geburtstag des 1991 verstorbenen König Olav auf den Namen Maud Angelica getauft wurde. Obwohl das Kind keinen königlichen Titel hat ist es auf Platz 4 in der Erbfolge.
Am 21. Januar 2004 hat das jüngste Mitglied der norwegischen Königsfamilie das Licht der Welt erblickt. Kronprinz Haakon und Kronprinzessin Mette Marit haben eine Tochter bekommen, die den Namen Ingrid Alexandra trägt. Dieses Kind spielt in der Historie Norwegens was die Monarchie angeht eine große Rolle. Norwegen hatte im Laufe der Geschichte zwar schon viele Königinnen, aber nur einmal in der gesamten Geschichte eine Regentin. Durch die Änderung der norwegischen Verfassung betreffend der Erbfolge geht die Krone in der nächsten Generation nun erstmals an das erstgeborene Kind und nicht wie bisher an den ersten männlichen Nachkommen. So wird also voraussichtlich Ingrid Alexandra irgendwann in ferner Zukunft die zweite Regierende Königin in der Geschichte des Landes werden.
Das zweitjüngste Mitglied der norwegischen Königsfamilie ist Leah Isadora, die zweigeborene Tocher von Prinzessin Märtha Louise und Ari Behn. Auch dieses Kind hat keinen königlichen Titel, ist jedoch auf Platz 6 in der Erbfolge.
Der jüngste Spross des norwegischen Königshauses ist Prinz Sverre Magnus, das zweitgeborene Kind von Kronprinz Haakon und Kronprinzessin Mette-Marit. Der am 3. Dezember 2005 geborene Prinz Sverre Magnus hat nicht den Titel Königliche Hoheit, wie seine Eltern und seine grosse Schwester, ist aber dennoch auf Platz 3 in der Erbfolge.
Mehr Infos über das norwegische Königshaus gibt es auf der offiziellen Homepage: externer LinkKongehuset
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