Lebensart, Kultur, Bildung

Kommunikation:

Die Pressefreiheit ist bereits seit 1814 durch die Verfassung garantiert. Zeitungen werden vom Staat subventioniert. Rundfunk und Fernsehen sind im staatlichen, aber unabhängigen "Norsk Rikskringkasting" organisiert.
Norwegen ist reich an Zeitungen. 1999 wurden für die etwas über vier Millionen Einwohner 223 Zeitungen an 117 Orten herausgegeben. Die meisten sind im internationalen Vergleich klein und kommen nur drei Mal pro Woche oder noch seltener heraus.

Bildung:

Schulpflicht besteht von 6 bis 16 Jahren. Neben 6 Universitäten (Oslo, Bergen, Stavanger, Tromso, Trondheim und Ås) gibt es 9 auf einzelne Fächergruppen ausgerichtete Hochschulen sowie verschiedene Kunst- oder Musikakademien.
Bildung für jedermann ist einer der Grundgedanken der norwegischen Bildungspolitik. Kinder und Jugendliche haben gleichen gesetzlichen Anspruch auf Bildung - unabhängig von Wohnort, Geschlecht, sozialem und kulturellem Hintergrund oder eventueller Behinderung. Jedwede obligatorische öffentliche Bildung ist kostenlos.

Zwei Sprachen:

Es gibt zwei amtliche norwegische Schriftsprachen, Bokmål (Aussprache: Bukmol) und Nynorsk. Sie sind gleichgestellt - das heißt, beide werden in der öffentlichen Verwaltung, in der Schule, der Kirche und in Rundfunk und Fernsehen verwendet. Es werden Bücher, Zeitschriften und Zeitungen in beiden Sprachen herausgegeben. Die Einwohner der örtlichen/regionalen Gemeinwesen bestimmen selbst, welche der beiden Sprachen Unterrichtssprache der Schule sein soll, in die sie ihre Kinder schicken. In der offiziellen Terminologie wird die Unterrichtssprache als "Erste Sprache" bezeichnet und die andere als "Zweite Sprache". Die Schüler lesen Texte auch in der zweiten Sprache, und an weiterführenden Schulen müssen sie diese Sprache auch schriftlich beherrschen. Das hängt unter anderem damit zusammen, daß Beamte und Angestellte des öffentlichen Dienstes verpflichtet sind, Briefe in der vom Briefschreiber gewünschten Sprache zu beantworten. Mehr Infos zum Thema gibt es in der Rubrik Sprache.

Kultur:

Die meisten Menschen, die Norwegen bereisen kommen in erster Linie wegen der grandiosen Natur, die dieses Land zu bieten hat. Allerdings gibt es auch in anderen Bereichen jede Menge zu entdecken!
Wenn der norwegischen Kultur etwas Bodenständiges, Fundamentales, ja beinahe Hausgemachtes anhaftet, dann lässt sich das, wie so vieles in diesem Land, aus seiner speziellen Geschichte erklären. Seit der Ausrufung der norwegischen Verfassung von 1814 sahen es vor allem die Künstler als ihre vornehmste Pflicht an, mit den Werken die nationale Identität ihrer Landsleute nach den Jahrhunderten wechselnder Fremdherrschaft wieder zu erwecken - eine Aufgabe, der sie sich nach dem endgültigen Erreichen staatlichen Unabhängigkeit im Jahre 1905 noch einmal mit verstärktem Elan widmeten.
Ihre Inspirationen schöpften sie dabei aus den reichen handwerklichen Traditionen der einsamen Täler und Fjorde mit ihren uralten Gehöften und den ebenso alten mündlichen Überlieferungen in denen die Helden einer großen Vergangenheit ebenso weiterleben wie die Entdeckungs- und Eroberungsfahrten der norwegischen Wikinger.
Dies lässt sich in der Literatur genauso nachspüren wie beispielsweise in der Malerei und der Bildhauerei oder dem Musikschaffen.
Norwegen kann auf eine sehr lange Kulturgeschichte zurückblicken. Historisch sind besonders die Funde aus der Steinzeit und der Zeit der Wikinger interessant. Ab dem 19. Jahrhundert haben norwegische Künstler die moderne europäische Literatur, Malerei und Musik bereichert.
Namen wie Edvad Munch, Knut Hamsun, Henrik Ibsen und Edvard Grieg sollte eigentlich auch jeder ausserhalb Norwegens kennen.
Weltkulturerbe:
Stabkirche von Urnes; Die „Brygge“ in der Stadt Bergen, Stadt und Bergwerke von Roros, Felszeichnungen von Alta, der Geirangerfjord und der Nærøyfjord
Mehr infos zum Thema Kultur gibt es auf dieser Homepage in der umfangreichen Kultur Rubrik.

Stabkirchen:

Die Bauweise ist es, von der die Stabkirche ihren Namen hat: Kirchen mit Wänden aus Pfostenwerk heißen Stabkirchen. Eine Pfostenwand hat aufrechtstehende Wandplanken, die auf Schwellen ruhen und zur Balkenlage hochführen. In jeder Ecke haben die Wände einen Eckständer,
der mit der Schwelle unten und der Balkenlage oben zusammengefügt ist. Eine Pfostenwand hat also einen kräftigen Rahmen, bestehend aus Schwelle, Balkenlage und zwei Eckständern. Der Rahmen ist mit aufrechtstehenden Planken ausgefüllt. Die Schwellen der vier Wände bilden einen soliden Bodenrahmen, auf dem die Kirche ruht. Die Balkenlage bildet einen entsprechenden oberen Rahmen, der das Dach trägt. Einige Stabkirchen haben nur einen freistehenden Mast, der mitten im Schiff steht und bis zum Dachfirst hinaufreicht. Diese sogenannten Mittelmastkirchen ähneln am meisten den Kirchen des einfacheren Typs mit Schiff und schmalerem Chor, sie sind jedoch nach einem komplizierteren Konstruktionssystem gebaut. Stabkirchen sind Qualitätsbauwerke, bei denen auch Gewicht auf reiche Holzschnitzerei gelegt wurde. In sozusagen sämtlichen Stabkirchen ist die Außenseite der Portale von der Schwelle bis zur Balkenlage mit geschnitzten Ornamenten versehen. Die Dekortradition scheint bis in die Zeit der Tierornamentik der Wikinger zurückzugehen. Den Drachen gilt eine besondere Vorliebe: Sie werden zu Phantasiegeschöpfen mit langgestreckten Körpern. Bald darauf mischen sich pflanzliche Rankengebilde ein. Innen sind die Stabkirchen dunkel. Die einzigen ursprünglichen Lichtquellen sind die kleinen runden Gucklöcher hoch oben unter dem Dach. Sie spenden nur schwaches Licht in den hohen Räumen. Eine Ausführliche Darstellung der Stabkirchenkunst findet man auf dieser Homepage in der Kultur Rubrik unter Stabkirchen. Dort gibt es umfangreiche Informationen zur Geschichte , Konstruktion , Symbolik sowie zu den Stabkirchen Typen und eine Auflistung und Beschreibung aller Stabkirchen.

Musik:

Funde von Bronzehörnern aus der Zeit zwischen 1500-500 v. Chr. erzählen von der langen Tradition, die Gesang und Musik in Norwegen haben. Die Skaldendichtung der Wikingerzeit, die Holzschnitzereien der Stabkirchen und andere Quellen legen Zeugnis davon ab, wie eng das Musikleben des Mittelalters mit den Musiktraditionen Mitteleuropas verknüpft war.
Auch heute spielt Musik eine wichtige Rolle im täglichen Leben der Norweger.
Die lebende Musikkultur kommt nicht zuletzt in der wachsende Zahl von Großveranstaltungen zum Ausdruck. Am bekanntesten sind die jedes Jahr im Mai stattfindenden Festspiele in Bergen. Die Jazzfestivals in Molde und Kongsberg haben international Interesse auf sich gezogen.
Der Verband der Norwegischen Musikkapellen ist mit 70 000 Mitgliedern im Verhältnis zur Bevölkerungszahl einer der größten der Welt. Chorvereine und Schul- und Sinfonieorchester haben ebenfalls ihren festen Platz im Alltag. Dann gib es auch noch zahlreichen Vereine für Jazz, Rock und andere Genres der populären Musik. Mehr infos zum Thema gibt es hier: Musik.

Familienstruktur:

Auch wenn oft beide Ehepartner berufstätig sind, hat die Familie noch einen hohen Stellenwert. Frauen bilden 47 Prozent aller Erwerbstätigen, sie belegen etwa ein Drittel aller Parlamentssitze. Anders als in Deutschland gibt es ausreichend Vorschulen und Kindergärten. Die meisten Familien haben mehrere Kinder obwohl beide Elternteile erwerbstätig sind. Die Geburtenrate ist wesendlich höher aul in den meisten europäischen Ländern. Viele Familien wohnen in einem Eigenheim oder einer Eigentumswohnung. Mehr als ein Drittel der Familien verfügt zusätzlich über eine Hütte im Gebirge oder am Binnenmeer.

Les-Bi-Gay

Norwegen war eines der ersten Länder der Welt, das die Diskriminierung von Homosexuellen durch Gesetz (1981) verbot. 1993 erhielten lesbische und homosexuelle Paare die gleichen Rechte wie Verheiratete – außer dem Recht der kirchlichen Heirat und der Adoption.
Das ist ein Ergebnis des traditionellen Strebens Norwegens nach Freiheit des Individums. Norwegen ist an und für sich eine heterogene Gesellschaft mit starker Betonung der familiären Werte. Trotzdem sind die grundsätzlichen Haltungen gegenüber Homosexuellen so tolerant, dass die meisten kein Bedürfnis empfinden, ihre Veranlagung zu verbergen. Das sexuelle Mindestalter beträgt 16 Jahre. Es ist normal, daß Bars eine Mischung von homosexueller und heterosexueller Klientel haben, während in den größeren Städten spezielle „Milieus" existieren.

Freizeit:

Für fast alle Norweger ist Sport ein wichtiger Bestandteil der Freizeit. Die meisten Norweger sind begeisterte Ski- und Skilangläufer. Neben Skifahren gehören Angeln, Fußball, Schwimmen, Wandern und Bootfahren zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. Daneben entspannt man sich gerne beim Lesen, im Kino oder bei kulturellen Veranstaltungen. Fast alle Norweger sind in ihrer Freizeit in diversen Clubs und Vereinen organisiert.
Die Norweger sind "Naturverehrer", und das ist ein wesentliches Element ihrer nationalen Identität. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat leicht Zugang zu einer Ferienhütte, die Schulen veranstalten jährlich obligatorische Ski-Tage. Die Hütte bildet den Ausgangspunkt für private Expeditionen in die Natur ­ auf Skiern im Winter, im Sommer zu Fuß. Einen ganzen Tag drinnen in der Hütte zu verbringen, gilt als unmoralisch und sinnlos. Erst am Abend ist es legitim sich vor dem offenen Kamin zu entspannen. Die Naturverehrung der Norweger hat viele Facetten. Spazierengegangen oder gewandert wird häufig an gewöhnlichen Nachmittagen nach der Arbeitszeit, meistens jedoch an Wochenenden. Viele Infos und Links zu Freizeitaktivitäten sind hier zu finden.

Sport:


Norwegen hat eine Bevölkerung von etwas mehr als vier Millionen Menschen. Über die Hälfte trainieren regelmäßig oder treiben regelmäßig Sport. Drei von vier norwegischen Kindern nehmen an Sportaktivitäten teil. Der Norwegische Sportbund (NIF) ist mit seinen gut 1,7 Millionen Mitgliedern die eindeutig größte freiwillige Organisation des Landes. Er umfaßt 53 Einzelverbände. Mit mehr als 347.000 Mitgliedern ist der Betriebssportverband der größte, gefolgt vom Fußballverband mit 294.000 Mitgliedern. Der Skiverband ­ Langlauf, Skispringen und alpine Disziplinen zählt 147.000 Mitglieder. Ansehen und Verbreitung des Sports machen Norwegen zu einem ausgeprägten Sportland. Mehr als 40 Prozent der norwegischen Bevölkerung sind regelmäßig körperlich aktiv. Die Sportbewegung ist die vorherrschende "Volksbewegung" in Norwegen.
1952 war Norwegen erstmalig Ausrichter der
Olympischen Winterspiele in Oslo, 1994 hat Norwegen dann die Oylmpischen Winterspiele in Lillehammer ausgerichtet.
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