Heiraten in Norwegen

Ob man seinen Wohnsitz in Norwegen hat oder nicht, spielt keine Rolle wenn man beabsichtigt, in Norwegen zu heiraten. Jedoch gibt es einige bürokratische Hürden zu nehmen, um sich diesen Wunsch zu erfüllen.
Wichtig ist, dass man sowohl die Eheschließungsbedingungen Norwegens als auch die des Heimatlandes erfüllt.
Als erstes braucht man dazu folgende Dokumente:
- Erklärung des Brautpaares - (Formular Q-0150). Es muss von jedem der Brautleute ein Formular ausgefüllt werden, die Formulare sind auch in Deutsch erhältlich
- Erklärung der Trauzeugen - Erklärung der Trauzeugen für jeden der Brautleute auf Formular Q-0151. Jeder der Brautleute muß einen volljährigen Trauzeugen haben, der den Betreffenden kennen muss.
- Ehefähigkeitszeugnis von dem für den Wohnort der Brautleute zuständigem heimatlichen Standesamt, aus dem hervorgeht, dass keine Einwände gegen die Schließung einer Ehe in Norwegen bestehen. Alle Personen, die keinen Wohnsitz in Norwegen haben, müssen ein solches Ehefähigkeitszeugnis vorlegen. Das Ehefähigkeitszeugnis muss mit einer Apostille beglaubigt sein. Auskünfte darüber erteilt der Standesbeamte des heimatlichen Standesamtes.
- Geburtsurkunde
- Kopie des Passes/Ausweises
- evtl. das Scheidungsurteil - falls einer der Brautleute schon einmal verheiratet war und die Ehe durch Scheidung oder Aufhebung aufgelöst wurde. In diesem Fall muss gegenüber dem norwegischen Fylkesmann nachgewiesen werden, dass die frühere Ehe rechtskräftig aufgelöst worden ist. Der Fylkesmann erlässt einen Beschluss über die Anerkennung ausländischer Scheidungen entsprechend den norwegischen Gesetzen. Ist einer der Brautleute bereits mehrmals verheiratet gewesen, reicht der Nachweis über die Auflösung der letzten Ehe aus.
Die nötigen Formulare muss man beim zuständigen Fylkesmann/Standesbeamten in Norwegen anfordern. Eine Auflistung finden man unter externer Linkwww.domstol.no , Menüpunkt: "finn din domstol" "tingrett".
Deutsche Dokumente müssen in der Regel nicht ins Norwegische übersetzt werden. Dokumente können im Original oder in beglaubigter Kopie vorgelegt werden. Es empfiehlt sich, schon im Vorfeld mit dem Standesbeamten/Pfarrer in Norwegen abzusprechen in wie weit Dolmetscher und/oder übersetzte Dokumente notwendig sind
Um die Ehe in Norwegen eingehen zu können, muss ein ausländischer Staatsangehöriger sich legal im Land aufhalten. Eine bestimmte Aufenthaltsdauer in Norwegen wird vor der Eheschließung nicht verlangt.
Eine Aufgebotsfrist besteht in Norwegen nicht. Jedoch sollten bei einer Hochzeit von Personen die nicht die norwegische Staatsbürgerschaft haben oben genannte Formulare und Bescheinigungen mindestens einen Monat vor der geplanten Trauung vorliegen und dem Standesbeamten zur Prüfung der Eheschließungsbedingungen übersandt werden.
Die Prüfung der Ehevoraussetzungen soll von dem Standesbeamten an dem Ort vorgenommen werden, an dem einer der Brautleute wohnt oder, wenn keiner der Brautleute im Lande wohnhaft ist, an dem Ort, an dem er sich in Norwegen aufhält. Der Standesbeamte soll auf einem vorgeschriebenen Formular ein Protokoll seiner Überprüfung erstellen.
In Norwegen muss man sich für eine standesamtliche oder kirchliche Trauung entscheiden. Nach einer standesamtlichen Trauung können Angehörige der ev.-luth. Kirche zusätzlich die Segnung der Staatskirche erhalten. In wieweit die rein kirchliche Trauung aus Norwegen in Deutschland oder anderen Ländern anerkannt wird, muss man mit seinem örtlichen Standesamt abklären.
Die Pfarrer der norwegischen Staatskirche oder die Pfarrer/Vorstände einer registrierten Glaubensgemeinde können eine Trauung verweigern, wenn ein Partner nicht der Staatskirche oder der betreffenden Glaubensgemeinschaft, oder wenn keiner von beiden der jeweiligen Gemeinde angehört.
Ist einer der Brautleute verwitwet, ist die Sterbeurkunde des früheren Ehepartners vorzulegen.
Sind seit der letzen Ehescheidung weniger als zwei Jahre vergangen, müssen beide Ehegatten der aufgelösten Ehe erklären, dass eine private Nachlassteilung oder die Nachlassverwaltung eingeleitet worden ist. Sind seit der letzen Ehescheidung mehr als zwei Jahre vergangen, reicht es aus, dass der Heiratswillige erklärt, dass die Nachlassteilung aus der früheren Ehe durchgeführt worden ist. Das Formular Q-0160 über die Erklärung bei Nachlassteilungen kann hierfür verwendet werden. Sind seit der letzten Ehescheidung weniger als zwei Jahre vergangen und die Nachlassteilung kann in der oben beschriebenen Weise nicht nachgewiesen werden, muss beim norwegischen Fylkesmann die Freistellung vom Nachweis der Nachlassteilung beantragt werden.
Es ist nicht erforderlich, dass die Trauzeugen der Brautleute bei der Trauung anwesend sind. Bei der Trauung müssen zwei volljährige Zeugen zugegen sein; diese müssen nicht mit den Trauzeugen identisch sein
Ein Dolmetscher ist erforderlich, wenn die Brautleute nicht über ausreichende Norwegischkenntnisse verfügen, um der Trauungszeremonie folgen zu können, es sei denn, die Brautleute finden einen Standesbeamten, der gewillt ist, die Trauung auf Deutsch durchzuführen.
Zur Verwendung in Deutschland sollte die norwegische Heiratsurkunde mit der Apostille durch den norwegischen Fylkesmann versehen werden.
Ein wichtiger Punkt, wenn man schon mal verheiratet war ist, dass die Scheidung vor einem Fylkesmann in Norwegen einer in Deutschland geschlossen Ehe nicht ohne weiteres anerkannt wird! Formeller Hintergrund: Eine deutsche Ehe kann nur per Gerichtsentscheid (Im Namen des Volkes...) geschieden werden. Und der Fylkesmann ist "leider" nur eine Behörde. Damit ist gemeint, dass eine in Deutschland geschlossene Ehe, die nach norwegischem Recht geschieden wird im Fall der Wiederverheiratung nicht als geschieden anzusehen ist, da diese Scheidung nicht deutschem Recht entspricht.
Wenn man sich durch diesen Papier und Behördenberg gearbeitet hat, muss man eigentlich nichts weiter tun um sich mit einem Pfarrer oder Fylkesmann in Norwegen abzusprechen, einen Termin zu vereinbaren und zu heiraten ;-)
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